

Hilft
da nicht der Staat?
Sich um die Straßenkinder zu kümmern bleibt kirchlichen
oder privaten Initiativen überlassen. Dazu gehen z. B. die
Nonnen die die Häuser betreuen jeden Tag zu den Geschäften,
hängen Plastiktüten an die Türen, und holen abends die
gespendeten Gaben ab mit denen dann am nächsten Tag Essen
für die Kinder gekocht wird.
Wie
man sich vorstellen kann variieren Menge und Inhalt
der Tüten sehr - manchmal ist auch gar nichts in den
Tüten, satt werden die Kinder in den seltensten
Fällen, und von ausgewogener oder auch nur
reichhaltiger Ernährung kann keine Rede sein. Beim
Besuch eines dieser Häuser ging Frau Winter daher
kurzentschlossen in einer Großküche einkaufen um den
25 Kindern ein Essen mit Hühnerfleisch und Obst zu
spendieren - was umgerechnet gerade mal €25 kostete,
und es blieb noch genug für den nächsten Tag.
Wieviele
Kinder werden versorgt?
Inzwischen (Stand November 2010) werden mehrere Häuser mit
etwa 130 Kindern durch das Spendenprojekt versorgt.
Wie
sieht es mit Sachspenden aus?
Das Schicken von Waren ist meist recht teuer und lohnt sich
daher nur für Gegenstände die entweder in Indien nicht oder
nur teuer hergestellt werden können (z.B. Brillen). Dabei
können die Transport- und Umweltkosten den Wert der Waren
oftmals deutlich übersteigen. Eine Ausnahme sind große
Katastrophen bei denen es darauf
ankommt
den
Bedürftigen schnell Hilfe zukommen zu lassen (z.B.
Zelte und Decken). In der Regel aber helfen
Geldspenden nicht nur besser, sondern auch gleich
zweimal - zum Einen ermöglichen Geldspenden Nahrung,
Kleidung, und Unterkunft für die Straßenkinder, zum
Anderen wird durch den lokalen Kauf auch denen
geholfen die sich zwar selbst gerade so über Wasser
halten (z.B. Kleinbauern, Schneider, usw) aber nicht
viel für Andere tun können. So hat z.B. Frau Winter
bei einem weiteren Besuch erfahren daß die Kinder
keine Schulkleidung hatten - also ging sie Bahnen
Stoff kaufen aus denen die Nonnen dann die Hemden
anfertigten. Damit war nicht nur den Kindern geholfen.
Wieviel
von meiner Spende kommt bei den Bedürftigen an?
Das hängt sehr davon ab wo man spendet. Große
Organisationen haben festangestellte Mitarbeiter, zahlen
für Werbung in Zeitschriften oder auf Plakaten, Miete,
Heizung, Telephon, Reisen usw - all dies wird oft als
"Verwaltungskosten" bezeichnet und kann 20-80% des
gespendeten Geldes verschlingen. Effizienter sind kleinere
Organisationen und Privatinitiativen die nur auf
ehrenamtlicher Mithilfe aufbauen, und das in beiden
Ländern. Allerdings ist bei Privatleuten auch Vorsicht
geboten - zuviele Betrüger nutzen die Hilfsbereitschaft
ihrer Mitmenschen aus.
Das Besondere am Projekt "Straßenkinder Indien" ist daß
sowohl Frau Winter als auch Pfarrer Tom in und um
Gössenheim bekannte und

geachtete
Menschen sind - dabei hat Pfarrer Tom nicht nur in und
um die Gemeinde Gössenheim gearbeitet sondern dort
aufgrund seines freundlichen und aufrichtig
bescheidenen Wesens auch viele Freunde gewonnen, auch
unter denen die mit der Kirche nicht unbedingt viel
anfangen können. Daß sich beide mit ihrem guten Namen
dafür verbürgen daß bei dem von Frau Winter
initiierten und von Pfarrer Tom unterstützten Projekt
100% des Geldes bei den Kindern ankommen war oftmals
ausschlaggebend für die freundliche Unterstützung
durch Privatleute, Schulen, Banken, und lokale
Geschäfte.
Ist
alle Hilfe gut?
Nein. Oft kommt es auf die Art der Hilfe an. Das wurde
besonders während der Hungersnöte der 80er und 90er Jahre
in Afrika deutlich.
Viele
Nationen spendeten ihren Getreideüberschuß um die
Hungersnot zu lindern,
allerdings oft mit der Auflage daß das Getreide kostenlos
abgegeben werden mußte. Was auf den ersten Blick als
sinnvoll erscheint hatte zwei fatale Folgen - auf der einen
Seite hat es den Getreidepreis auf dem Weltmarkt künstlich
hoch gehalten (auf dem ja gerade Länder die sich nicht
selbst versorgen können einkaufen müssen), auf der anderen
Seite hat es Bauern die noch etwas ernten konnten in den
Ruin getrieben da sie ihr Getreide nicht verkaufen konnten.
Dies hat die Menschen nur noch abhängiger von Hilfe
gemacht, und die Situation in den folgenden Jahren
verschärft.